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Video zu PCO-Syndrom / PMOS

Informations-Video mit
Prof. Dr. med. Herrmann

Prof. Dr. med. B. L. Herrmann ist Endokrinologe aus Bochum und Experte für Schilddrüsenerkrankungen. Im Video informiert er über „PMOS“, früher „PCO-Syndrom“.

Hinweis: Dieses Video enthält einen KI-generierten Avatar und eine KI-generierte Stimme. Die medizinischen Inhalte wurden fachlich geprüft.

Text im Video

PMOS – das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (früher PCO-Syndrom)

Was viele Jahre als PCO-Syndrom oder polyzystisches Ovarialsyndrom bekannt war, trägt seit Mai 2026 einen neuen Namen: polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom, kurz PMOS. Diese Umbenennung wurde von einem globalen Bündnis aus über 50 medizinischen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen, darunter die Endocrine Society, beschlossen. Der Grund: Der alte Name legte den Fokus fälschlicherweise auf Zysten an den Eierstöcken, obwohl es sich tatsächlich um eine deutlich komplexere hormonelle und stoffwechselbedingte Erkrankung handelt, die weit über die Eierstöcke hinausgeht. Die Erkrankung selbst und ihre Diagnosekriterien haben sich durch die Namensänderung nicht verändert – wer bereits die Diagnose PCO-Syndrom erhalten hat, hat also weiterhin PMOS.

Wie häufig ist PMOS?

PMOS ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter überhaupt. Je nach angewendeten Diagnosekriterien sind etwa jede achte bis jede zehnte Frau betroffen, weltweit schätzungsweise mehr als 170 Millionen Menschen. Die Erkrankung beginnt meist rund um die Pubertät, wird aber häufig erst Jahre später diagnostiziert, da die Beschwerden vielfältig sind und leicht mit anderen Ursachen verwechselt werden.

Symptome

Das Beschwerdebild ist sehr unterschiedlich ausgeprägt und betrifft mehrere Körperbereiche gleichzeitig:

  • – Unregelmäßige, seltene oder ausbleibende Monatsblutungen durch gestörten Eisprung
  • – Vermehrte Körper- und Gesichtsbehaarung, sogenannter Hirsutismus, sowie Akne und fettige Haut als Zeichen eines erhöhten Androgenspiegels
  • Haarausfall nach männlichem Verteilungsmuster
  • Gewichtszunahme, insbesondere im Bauchbereich, sowie erschwerte Gewichtsabnahme
  • Unerfüllter Kinderwunsch durch die gestörte Eizellreifung
  • Schlafstörungen, unter anderem durch eine erhöhte Rate an obstruktiver Schlafapnoe
  • Psychische Belastung: Angststörungen und depressive Verstimmungen treten bei Frauen mit PMOS nach den aktuellen internationalen Leitlinien deutlich häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung und sollten aktiv mit erfragt werden

Wie wird die Diagnose gestellt?

Nach den international anerkannten, sogenannten Rotterdam-Kriterien, wie sie auch in der aktuellen internationalen Leitlinie von 2023 bestätigt werden, müssen mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllt sein, nachdem andere Ursachen ausgeschlossen wurden:

  1. Zyklusstörungen: unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung, erkennbar an Zyklen unter 21 oder über 35 Tagen, weniger als acht Zyklen pro Jahr, oder einzelnen Zyklen über 90 Tagen.
  2. Klinischer oder laborchemischer Nachweis erhöhter männlicher Hormone: entweder sichtbar durch vermehrte Behaarung und Akne, oder messbar durch erhöhte Testosteronwerte im Blut.
  3. Polyzystisches Muster der Eierstöcke im Ultraschall: Nachweis von mindestens 20 kleinen Follikeln in mindestens einem Eierstock beziehungsweise ein vergrößertes Eierstockvolumen, oder ein erhöhtes Anti-Müller-Hormon.

Wichtig: Der Ultraschallbefund allein reicht nicht für die Diagnose aus, und bei jungen Frauen kurz nach der Pubertät wird der Ultraschall wegen physiologisch häufiger kleiner Follikel in dieser Altersgruppe zur Diagnosestellung ausdrücklich nicht empfohlen. Ergänzend werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um andere hormonelle Erkrankungen mit ähnlichem Beschwerdebild auszuschließen, etwa Schilddrüsenerkrankungen oder eine erhöhte Ausschüttung des Hormons Prolaktin.

Erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes

Ein zentraler Aspekt von PMOS ist die enge Verbindung zum Stoffwechsel. Frauen mit PMOS haben unabhängig von Alter und Körpergewicht ein deutlich erhöhtes Risiko, eine Glukosetoleranzstörung oder einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Ursache ist eine häufig zugrundeliegende Insulinresistenz, bei der die Körperzellen schlechter auf Insulin ansprechen und der Körper dies durch eine erhöhte Insulinausschüttung ausgleicht, was wiederum die vermehrte Androgenproduktion in den Eierstöcken zusätzlich antreibt.

Die aktuellen internationalen Leitlinien empfehlen daher bei allen Frauen mit PMOS ein regelmäßiges Screening auf Blutzuckerstörungen, bevorzugt mittels oralem Glukosetoleranztest, insbesondere bei zusätzlichen Risikofaktoren wie Übergewicht, familiärer Diabetesbelastung oder bei bestehendem Kinderwunsch. Auch das Risiko für weitere Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist erhöht, darunter Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, eine nicht-alkoholische Fettleber sowie ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko im späteren Leben. Zudem besteht durch die häufig ausbleibenden Eisprünge und den daraus resultierenden Östrogenüberschuss ohne ausgleichendes Progesteron ein leicht erhöhtes Risiko für eine Verdickung der Gebärmutterschleimhaut und langfristig für Gebärmutterschleimhautkrebs, wobei das absolute Risiko insgesamt niedrig bleibt.

Zusammenhang mit Hashimoto-Thyreoiditis

Frauen mit PMOS entwickeln im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, insbesondere eine Hashimoto-Thyreoiditis. Studien zeigen, dass TPO-Antikörper und eine damit verbundene Unterfunktion der Schilddrüse bei Frauen mit PMOS deutlich häufiger nachweisbar sind als bei Frauen ohne diese Erkrankung. Der genaue Mechanismus ist noch nicht vollständig geklärt, vermutet werden gemeinsame immunologische, hormonelle und genetische Faktoren. Da eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion die Symptome von PMOS wie Zyklusstörungen, Gewichtszunahme und Kinderwunschprobleme zusätzlich verstärken kann, wird empfohlen, die Schilddrüsenfunktion und gegebenenfalls die Schilddrüsenantikörper im Rahmen der PMOS-Diagnostik routinemäßig mit zu bestimmen.

Therapiemöglichkeiten

Da PMOS eine lebenslange, chronische Erkrankung mit unterschiedlicher Ausprägung in verschiedenen Lebensphasen ist, wird ein individueller, langfristiger Behandlungsplan empfohlen, der sich an den jeweils im Vordergrund stehenden Beschwerden orientiert.

Lebensstil als Basistherapie: An erster Stelle steht bei allen Frauen mit PMOS, unabhängig vom Körpergewicht, eine gesunde, ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige körperliche Aktivität. Bereits eine moderate Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent bei übergewichtigen Patientinnen kann Zyklus, Fruchtbarkeit und Stoffwechselwerte deutlich verbessern. Ziel ist zudem, eine weitere Gewichtszunahme im Verlauf des Lebens zu vermeiden.

Bei Zyklusstörungen und ohne aktuellen Kinderwunsch: Kombinierte hormonelle Verhütungsmittel, meist als Pille, regulieren den Zyklus, verringern übermäßige Behaarung und Akne und schützen die Gebärmutterschleimhaut vor einer übermäßigen Verdickung.

Bei bestehendem Kinderwunsch: Da PMOS eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch ist, kommen zur Auslösung des Eisprungs vor allem die Wirkstoffe Letrozol, alternativ auch Clomifen, zum Einsatz. Bei Insulinresistenz oder Übergewicht wird häufig zusätzlich Metformin eingesetzt, das die Insulinempfindlichkeit verbessert und den Zyklus unterstützen kann. Bleiben diese Maßnahmen erfolglos, stehen weitere Verfahren der Reproduktionsmedizin bis hin zur künstlichen Befruchtung zur Verfügung.

Bei vermehrter Behaarung und Akne: Neben hormonellen Verhütungsmitteln können sogenannte Antiandrogene, etwa Spironolacton, ergänzend eingesetzt werden, um die Wirkung der männlichen Hormone auf Haut und Haarfollikel zu vermindern. Diese Behandlung wirkt erst nach mehreren Monaten und darf wegen möglicher Fehlbildungsrisiken nicht bei bestehendem Kinderwunsch angewendet werden.

Bei Stoffwechselstörungen: Metformin wird auch außerhalb des Kinderwunsches zur Verbesserung der Insulinresistenz eingesetzt. Bei ausgeprägtem Übergewicht werden mittlerweile in Einzelfällen auch moderne Medikamente aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten diskutiert, die ursprünglich zur Diabetesbehandlung entwickelt wurden.

Psychische Begleitung: Da Angst- und depressive Symptome bei PMOS deutlich gehäuft auftreten, empfehlen die aktuellen Leitlinien ein routinemäßiges Screening auf psychische Belastung bereits bei Diagnosestellung, mit Angebot einer psychologischen Unterstützung oder Therapie bei Bedarf.

Zusammenfassung

PMOS, früher als PCO-Syndrom bekannt, ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen und geht weit über Zyklusstörungen und Fruchtbarkeitsprobleme hinaus. Die Diagnose stützt sich auf Zyklusanamnese, Hormonwerte und Ultraschall nach den Rotterdam-Kriterien. Besonders wichtig ist das Bewusstsein für die erhöhten Risiken für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie Hashimoto, die eine regelmäßige Vorsorge über das gesamte Leben hinweg notwendig machen. Mit einem individuell angepassten, meist lebenslangen Behandlungskonzept aus Lebensstilmaßnahmen, gezielter Medikation und psychologischer Unterstützung lässt sich die Lebensqualität der betroffenen Frauen deutlich verbessern.

Hinweis: Dieses Video enthält einen KI-generierten Avatar und eine KI-generierte Stimme. Die medizinischen Inhalte wurden fachlich geprüft.