Video über Schilddrüsen-Knoten (Struma nodosa)
Informations-Video mit
Prof. Dr. med. Herrmann
Prof. Dr. med. B. L. Herrmann ist Endokrinologe aus Bochum und Experte für Schilddrüsenerkrankungen. Im Video informiert er über „Schilddrüsenknoten“.
Hinweis: Dieses Video enthält einen KI-generierten Avatar und eine KI-generierte Stimme. Die medizinischen Inhalte wurden fachlich geprüft.
Text im Video
Struma nodosa – was bedeuten Knoten in der Schilddrüse?
Was ist eine Struma nodosa?
Bei Ihnen wurde eine Struma nodosa festgestellt? Dieser medizinische Begriff klingt zunächst kompliziert. Er lässt sich aber einfach erklären: „Struma“ bedeutet, dass die Schilddrüse vergrößert ist. „Nodosa“ weist darauf hin, dass sich in der Schilddrüse ein oder mehrere Knoten gebildet haben.
Welche Aufgaben hat die Schilddrüse?
Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ. Sie liegt vorne am Hals, unterhalb des Kehlkopfes. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Bildung der Schilddrüsenhormone. Diese Hormone beeinflussen zahlreiche Vorgänge in unserem Körper – beispielsweise den Stoffwechsel, den Kreislauf, die Verdauung und unser körperliches und seelisches Wohlbefinden.
Wie entstehen Schilddrüsenknoten?
Schilddrüsenknoten sind bei Erwachsenen häufig und treten mit zunehmendem Lebensalter vermehrt auf. Viele Knoten werden zufällig entdeckt und haben keinen Krankheitswert. Die meisten Schilddrüsenknoten sind gutartig und verursachen dauerhaft keine Beschwerden.
Eine mögliche Ursache für die Entstehung einer knotig veränderten Schilddrüse ist ein über viele Jahre bestehender Jodmangel. Aber auch erbliche Einflüsse, das Lebensalter und andere Veränderungen des Schilddrüsengewebes können eine Rolle spielen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Viele Menschen bemerken eine Struma nodosa überhaupt nicht. Wenn die Schilddrüse oder einzelne Knoten größer werden, kann jedoch ein Druck- oder Engegefühl am Hals entstehen.
Manche Betroffene berichten über Schluckbeschwerden, einen tastbaren Knoten oder das Gefühl, einen „Kloß im Hals“ zu haben. Bei einer sehr großen Schilddrüse können in seltenen Fällen auch Atembeschwerden auftreten.
Ein Schilddrüsenknoten kann außerdem die Hormonproduktion beeinflussen. Produziert ein Knoten selbstständig Schilddrüsenhormone und entzieht sich dabei der normalen Steuerung des Körpers, sprechen wir von einer Schilddrüsenautonomie.
Werden dadurch zu viele Schilddrüsenhormone gebildet, kann eine Überfunktion entstehen. Mögliche Beschwerden sind Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, innere Unruhe, Zittern, vermehrtes Schwitzen, Schlafstörungen, Gewichtsverlust oder eine verminderte körperliche Belastbarkeit. Gerade bei älteren Menschen kann eine Überfunktion aber auch nur wenige oder untypische Beschwerden verursachen.
Was sind heiße und kalte Knoten?
Im Zusammenhang mit Schilddrüsenknoten werden häufig die Begriffe „heißer Knoten“ und „kalter Knoten“ verwendet. Diese Begriffe beschreiben zunächst nur, wie aktiv ein Knoten in einer Schilddrüsenszintigrafie ist.
Ein heißer Knoten nimmt in dieser Untersuchung besonders viel von der verabreichten Substanz auf. Das deutet darauf hin, dass er selbstständig Schilddrüsenhormone produzieren kann.
Ein kalter Knoten nimmt dagegen weniger von der Substanz auf und bildet wenig oder keine Schilddrüsenhormone.
Wichtig ist: Die Begriffe „heiß“ und „kalt“ sagen für sich allein noch nicht, ob ein Knoten gefährlich ist. Auch kalte Knoten sind überwiegend gutartig.
Ob weitere Untersuchungen erforderlich sind, ergibt sich immer aus der Kombination von Beschwerden, persönlichen Risikofaktoren, Blutwerten, Ultraschall und gegebenenfalls einer Szintigrafie.
Wie wird eine Struma nodosa untersucht?
Zunächst sprechen wir ausführlich mit Ihnen. Wir fragen nach möglichen Beschwerden, früheren Schilddrüsenerkrankungen, eingenommenen Medikamenten und Schilddrüsenerkrankungen in Ihrer Familie.
Wichtig ist auch, ob es in der Familie Fälle von Schilddrüsenkrebs gab oder ob bei Ihnen früher eine Bestrahlung im Halsbereich durchgeführt wurde. Anschließend untersuchen und ertasten wir Ihren Hals.
Die Blutuntersuchung
Bei der Blutuntersuchung bestimmen wir zunächst den TSH-Wert. Dieser Wert zeigt uns, wie die Schilddrüse vom Körper gesteuert wird.
Abhängig vom Ergebnis, Ihren Beschwerden und der individuellen Fragestellung können weitere Schilddrüsenwerte sinnvoll sein.
Die Ultraschalluntersuchung
Ein wichtiger Bestandteil der gezielten Abklärung ist die Ultraschalluntersuchung. Sie ist schmerzfrei und kommt ohne Strahlenbelastung aus.
Im Ultraschall können wir die Größe und den Aufbau der Schilddrüse beurteilen. Außerdem sehen wir, wie groß die einzelnen Knoten sind und welche Eigenschaften sie besitzen.
Nicht jeder zufällig entdeckte Schilddrüsenknoten erfordert allerdings einen Ultraschall oder weitere Untersuchungen. Entscheidend ist, ob Beschwerden, ein auffälliger Tastbefund oder besondere Risikofaktoren vorliegen.
Die Schilddrüsenszintigrafie
Auch eine Schilddrüsenszintigrafie ist nicht bei jedem Knoten notwendig. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn der TSH-Wert erniedrigt ist oder aus anderen Gründen der Verdacht besteht, dass ein Knoten selbstständig Schilddrüsenhormone produziert.
In bestimmten Fällen kann sie auch vor einer geplanten Punktion eingesetzt werden.
Bei der Szintigrafie wird eine geringe Menge einer schwach radioaktiven Substanz verabreicht. Anschließend wird dargestellt, wie aktiv die verschiedenen Bereiche der Schilddrüse sind. So können autonome, besonders aktive Bereiche erkannt werden.
Wann ist eine Punktion erforderlich?
Die meisten Schilddrüsenknoten müssen nicht punktiert werden. Ob eine Feinnadelpunktion sinnvoll ist, hängt nicht allein von der Größe des Knotens ab.
Entscheidend sind vor allem sein Erscheinungsbild im Ultraschall, mögliche Veränderungen der Halslymphknoten und persönliche Risikofaktoren.
Bei einer Feinnadelpunktion werden unter Ultraschallkontrolle mit einer sehr dünnen Nadel einige Zellen aus dem Knoten entnommen. Diese werden anschließend im Labor untersucht. Das Ergebnis hilft uns dabei, den Befund genauer einzuschätzen und das weitere Vorgehen festzulegen.
Muss jede Struma nodosa behandelt werden?
Nicht jede Struma nodosa muss behandelt werden. Bei einem beschwerdefreien, unauffälligen Befund ohne besondere Risikofaktoren sind häufig weder eine Behandlung noch routinemäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich.
Ob und wann eine Kontrolle sinnvoll ist, entscheiden wir individuell. Dabei berücksichtigen wir unter anderem Ihre Beschwerden, die Größe und Eigenschaften der Knoten, die Schilddrüsenfunktion und Ihre persönlichen Risikofaktoren.
Eine Behandlung kann notwendig werden, wenn ein Knoten zu viele Schilddrüsenhormone produziert, wenn die vergrößerte Schilddrüse Druck-, Schluck- oder Atembeschwerden verursacht oder wenn sich bei der Untersuchung ein auffälliger Befund ergibt.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion können zunächst Medikamente eingesetzt werden, welche die Bildung der Schilddrüsenhormone hemmen. Je nach Ursache kann anschließend eine dauerhafte Behandlung durch eine Radiojodtherapie oder eine Operation sinnvoll sein.
Bei der Radiojodtherapie wird radioaktives Jod gezielt von aktivem Schilddrüsengewebe aufgenommen. Dadurch kann überaktives Gewebe verkleinert oder ausgeschaltet werden.
Eine Operation kommt beispielsweise infrage, wenn die Schilddrüse ausgeprägt vergrößert ist und Beschwerden verursacht, wenn ein Knoten auffällig erscheint oder wenn der Verdacht auf eine bösartige Veränderung nicht ausreichend ausgeräumt werden kann.
Für bestimmte gutartige Knoten stehen in spezialisierten Einrichtungen außerdem lokal-ablative Verfahren zur Verfügung, beispielsweise eine Behandlung durch Wärme. Ob ein solches Verfahren geeignet ist, muss im Einzelfall sorgfältig geprüft werden.
Eine routinemäßige Behandlung von Schilddrüsenknoten mit Schilddrüsenhormonen oder Jodtabletten wird dagegen nicht allgemein empfohlen. Ob eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist, richtet sich nach der Schilddrüsenfunktion und dem individuellen Befund.
Bei welchen Warnzeichen sollten Sie sich vorstellen?
Bitte lassen Sie eine Veränderung zeitnah ärztlich abklären, wenn:
- ein Knoten schnell wächst,
- eine anhaltende Heiserkeit auftritt,
- die Schluckbeschwerden zunehmen,
- Atemprobleme entstehen oder
- Sie auffällige Schwellungen am Hals bemerken.
Das Wichtigste zum Schluss
Schilddrüsenknoten sind häufig und überwiegend harmlos. Die Diagnose Struma nodosa bedeutet weder automatisch Schilddrüsenkrebs noch automatisch, dass eine Operation erforderlich ist.
Unser Ziel ist es, diejenigen Veränderungen zu erkennen, die tatsächlich weiter untersucht oder behandelt werden müssen – und Ihnen gleichzeitig unnötige Untersuchungen und Sorgen zu ersparen.
Nach Abschluss der notwendigen Untersuchungen besprechen wir mit Ihnen verständlich, wie Ihr persönlicher Befund einzuschätzen ist und welches weitere Vorgehen für Sie sinnvoll ist.


