
Hypophysenadenome
Veröffentlicht am 18. Februar 2026
Inzidentalome bzw. Adenome der Hypophyse sind häufiger als vermutet. Erfreulicherweise sind diese meist nicht Hormon-produzierend sowie kleiner als 1 cm und nicht wachsend.
Bei den Hormon-produzierenden Adenomen liegt meist ein Prolaktinom vor. Seltener sind Wachstumshormon-produzierende, ACTH oder TSH-produzierende Adenome.
Prolaktinome führen bei der Frau zum Ausbleiben der Menstruation bzw. des Eisprungs als auch zu einen Milchausfluss der Brüste und beim Mann zu einem Testosteronmangel mit Libidoverlust und Erektionsstörungen.
Wachstumshormon-produzierende Adenome vergrößern Hände und Füße sowie innere Organe wie z. B. die Zunge, die Schilddrüse und das Herz. Dies führt zu Schnarchneigungen, Knotenwachstum der Schilddrüse als auch Karzinomen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem entstehen vermehrt Dickdarmpolypen.
ACTH-produzierende Adenome (Morbus Cushing) stimulieren die Nebennierenrinde zur vermehrten Cortisolausschüttung, die zu vielfältigen Veränderungen wie Vollmondgesicht, Gewichtszunahme am Bauch, Muskelschwäche, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Depressionen etc. führen.
Die seltenen TSH-produzierenden Adenome (TSH `om) stimulieren die Schilddrüse mit der Folge einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), die zu Herzrhythmusstörungen, Unruhe, Schlaflosigkeit, Schwitzen etc. führt.
Anatomisch werden Mikroadenome (<1cm) von Makroadenomen (>1cm) der Hypophyse unterschieden. Letztere weisen häufig eine Wachstumstendenz auf, welches u.a. die Sehnervenkreuzung tangieren kann und zu Gesichtsfeldeinschränkungen führt.
Prinzipiell können meist alle Hypophysenadenome durch die Nase auf dem so genannten transsphenoidalem Weg operativ entfernt werden. - Nur ist dies nicht immer notwendig und nicht die erste Wahl der Therapie. Prolaktinome können meist medikamentös durch Tabletten (so genannte Dopaminagonisten) behandelt werden. Große Prolatinome verkleinern sich auch unter dieser Therapie.
Wachstumshormon-produzierende Adenome werden primär operativ behandelt. Bei postoperativer Restaktivität verbleibender Adenomreste können diese medikamentös (Somatostinanaloga, Pegvisomant, Pasireotid) behandelt werden. In seltenen Fällen ist auch eine Bestrahlung möglich.
ACTH-produzierende Adenome sollten möglichst operativ entfernt werden. Bei Mikroadenomen kann hierdurch bei den meisten Patienten eine Heilung erzielt werden.
Die endokrinologische Praxis ist eine Expertise für Hypophysenerkrankungen. Prof. Dr. Herrmann ist durch seine wissenschaftlichen Publikationen und Erfahrungen ein nationaler und internal anerkannter Spezialist auf diesem Gebiet.


