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Video über Wechseljahre

Informations-Video mit
Prof. Dr. med. Herrmann

Prof. Dr. med. B. L. Herrmann ist Endokrinologe aus Bochum und Experte für Hormone. Im Video informiert er über die Wechseljahre.

Hinweis: Dieses Video enthält einen KI-generierten Avatar und eine KI-generierte Stimme. Die medizinischen Inhalte wurden fachlich geprüft.

Text im Video

Wechseljahre – Beschwerden verstehen und richtig behandeln

Was sind die Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau. In dieser Zeit lässt die Funktion der Eierstöcke allmählich nach. Dadurch schwanken zunächst die Konzentrationen der weiblichen Geschlechtshormone und sinken später dauerhaft ab. Besonders betroffen sind die Hormone Östrogen und Progesteron.

Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Die hormonellen Veränderungen können jedoch Beschwerden verursachen, welche die Lebensqualität, den Schlaf, die Partnerschaft und den beruflichen Alltag erheblich beeinträchtigen.

Nicht jede Frau erlebt die Wechseljahre gleich. Manche Frauen haben kaum Beschwerden, andere benötigen vorübergehend oder über einen längeren Zeitraum eine Behandlung.

Perimenopause, Menopause und Postmenopause

Die Wechseljahre bestehen aus verschiedenen Phasen.

Als Perimenopause bezeichnen wir die Übergangszeit vor und nach der letzten Monatsblutung. In dieser Phase wird der Zyklus häufig unregelmäßig. Blutungen können ausbleiben, häufiger auftreten oder stärker werden.

Die Menopause ist die letzte Monatsblutung. Welcher Zeitpunkt tatsächlich die letzte Blutung war, lässt sich erst rückblickend feststellen. Wenn eine Frau seit zwölf Monaten keine Monatsblutung mehr hatte und keine andere Ursache dafür vorliegt, sprechen wir von der Menopause.

Die Zeit danach wird als Postmenopause bezeichnet.

Die natürliche Menopause tritt durchschnittlich um das 51. Lebensjahr ein. Beginnt sie vor dem 45. Lebensjahr, sprechen wir von einer frühen Menopause. Fällt die Funktion der Eierstöcke bereits vor dem 40. Lebensjahr aus, liegt eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz vor. In diesem Fall sind eine gezielte Diagnostik und meistens auch eine hormonelle Behandlung besonders wichtig.

Welche Beschwerden können auftreten?

Zu den charakteristischen Beschwerden gehören Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche. Diese werden als vasomotorische Beschwerden bezeichnet.

Hitzewallungen können plötzlich auftreten und wenige Sekunden bis mehrere Minuten dauern. Sie können mit Hautrötung, Herzklopfen, Schwitzen und anschließendem Frösteln verbunden sein.

Weitere mögliche Beschwerden sind:

  1. Ein- und Durchschlafstörungen,
  2. Erschöpfung und verminderte Belastbarkeit,
  3. Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit,
  4. depressive Verstimmungen,
  5. Konzentrationsprobleme,
  6. Gelenk- und Muskelbeschwerden,
  7. Kopfschmerzen,
  8. Veränderungen von Haut und Haaren,
  9. vermindertes sexuelles Verlangen,
  10. Scheidentrockenheit,
  11. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie
  12. wiederkehrender Harndrang oder Harnwegsinfektionen.

Nicht jedes dieser Symptome wird automatisch durch die Wechseljahre verursacht. Schilddrüsenerkrankungen, Blutarmut, Depressionen, Schlafstörungen und andere Erkrankungen können ähnliche Beschwerden hervorrufen.

Deshalb sollte besonders bei neuartigen, sehr ausgeprägten oder untypischen Beschwerden geprüft werden, ob eine andere Ursache vorliegt.

Wie werden die Wechseljahre festgestellt?

Bei Frauen über 45 Jahren lässt sich die Perimenopause oder Menopause normalerweise anhand des Alters, der Zyklusveränderungen und der typischen Beschwerden erkennen.

Eine routinemäßige Bestimmung von FSH, Östradiol oder anderen Sexualhormonen ist in dieser Altersgruppe meistens nicht erforderlich. Die Hormonwerte können während der Perimenopause stark schwanken und deshalb ein irreführendes Bild vermitteln.

Eine gezielte Labordiagnostik kann jedoch sinnvoll sein, wenn die Beschwerden vor dem 45. Lebensjahr beginnen, keine Monatsblutungen mehr beurteilbar sind oder Zweifel an der Diagnose bestehen.

Bei Blutungen nach bereits eingetretener Menopause, ungewöhnlich starken Blutungen oder neu auftretenden Zwischenblutungen ist eine gynäkologische Abklärung notwendig.

Müssen Beschwerden behandelt werden?

Nicht jede Frau benötigt eine medikamentöse Behandlung. Entscheidend ist nicht ein bestimmter Hormonwert, sondern wie stark die Beschwerden den Alltag und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Hilfreich können regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, wenig Alkohol, der Verzicht auf Nikotin und ein gesundes Körpergewicht sein. Auch Entspannungsverfahren, Yoga und eine kognitive Verhaltenstherapie können einzelne Beschwerden lindern.

Diese Maßnahmen helfen jedoch nicht jeder Frau ausreichend. Bei deutlichen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen ist die menopausale Hormontherapie die wirksamste Behandlung.

Wann kommt eine Hormontherapie infrage?

Eine menopausale Hormontherapie kann angeboten werden, wenn belastende Beschwerden wie Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche bestehen und keine Gegenanzeigen vorliegen.

Vor Beginn besprechen wir gemeinsam:

  1. welche Beschwerden behandelt werden sollen,
  2. wie stark die Lebensqualität beeinträchtigt ist,
  3. ob die Gebärmutter noch vorhanden ist,
  4. welche Vorerkrankungen und Risikofaktoren bestehen,
  5. welche persönlichen Wünsche die Patientin hat und
  6. welche Behandlungsform am besten geeignet ist.

Bei gesunden Frauen unter 60 Jahren beziehungsweise innerhalb der ersten zehn Jahre nach Beginn der Menopause überwiegt bei entsprechender Indikation häufig der Nutzen einer Hormontherapie. Trotzdem bleibt die Entscheidung immer individuell.

Eine Hormontherapie sollte nicht allein mit dem Ziel begonnen werden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz oder altersbedingte Veränderungen zu verhindern. Sie kann jedoch den Knochenabbau bremsen und das Risiko osteoporotischer Knochenbrüche reduzieren, solange sie angewendet wird.

Östrogen allein oder zusammen mit Progesteron?

Ob zusätzlich zum Östrogen ein Progesteron oder Gestagen notwendig ist, hängt davon ab, ob die Gebärmutter noch vorhanden ist.

Östrogen fördert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Wird bei einer Frau mit Gebärmutter dauerhaft nur Östrogen gegeben, kann sich die Schleimhaut übermäßig verdicken. Dadurch steigt das Risiko für Vorstufen und Krebserkrankungen der Gebärmutterschleimhaut.

Frauen mit Gebärmutter benötigen deshalb neben dem Östrogen grundsätzlich einen ausreichenden Schutz durch Progesteron oder ein anderes Gestagen. Dieses kann kontinuierlich oder an bestimmten Tagen im Monat eingenommen werden.

Nach vollständiger Entfernung der Gebärmutter reicht meistens eine reine Östrogentherapie aus.

Welches Gestagen und welches Behandlungsschema geeignet sind, wird individuell entschieden. Mikronisiertes Progesteron oder Dydrogesteron können hinsichtlich bestimmter Gefäßrisiken Vorteile gegenüber einigen anderen Gestagenen haben. Auch eine geeignete Gestagenspirale kann in bestimmten Situationen zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut eingesetzt werden.

Östrogen als Gel, Pflaster oder Tablette

Östrogen kann auf verschiedene Weise angewendet werden. Es steht beispielsweise als Tablette, Gel, Spray oder Pflaster zur Verfügung.

Bei der Einnahme als Tablette gelangt das Östrogen zunächst über den Darm zur Leber. Dort beeinflusst es verschiedene Eiweiße, darunter auch Faktoren der Blutgerinnung. Dieser sogenannte erste Leberdurchgang kann das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöhen.

Ein Blutgerinnsel in einer tiefen Vene wird als Thrombose bezeichnet. Löst sich ein Teil davon und gelangt in die Lunge, kann eine Lungenembolie entstehen.

Wird Östradiol dagegen als Gel oder Pflaster über die Haut aufgenommen, gelangt es direkt in den Blutkreislauf und umgeht weitgehend den ersten Leberdurchgang. Dadurch ist der Einfluss auf die Gerinnungsfaktoren geringer.

Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie stellt ausdrücklich fest, dass das Risiko für venöse Thromboembolien und Schlaganfälle unter einer oralen Östrogentherapie deutlich höher ist als bei einer Anwendung über die Haut.

Welche Vorteile kann ein Östrogen-Gel haben?

Ein Östrogen-Gel kann insbesondere folgende Vorteile bieten:

  1. geringerer Einfluss auf die Blutgerinnung als Östrogentabletten,
  2. geringeres Risiko für Thrombosen und vermutlich auch für Schlaganfälle,
  3. Umgehung des ersten Leberdurchgangs,
  4. geringerer Einfluss auf bestimmte Leber- und Blutfettwerte,
  5. flexible Anpassung der Dosis und
  6. gleichmäßige Aufnahme über die Haut.

Die transdermale Anwendung wird deshalb häufig bevorzugt, insbesondere bei Frauen mit Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Migräne, Diabetes oder anderen Faktoren, die das Gefäß- oder Thromboserisiko beeinflussen können.

Das Gel wird in der verordneten Menge regelmäßig auf saubere, trockene und unverletzte Haut aufgetragen. Die genaue Auftragungsstelle richtet sich nach dem jeweiligen Präparat. Das Gel sollte vollständig trocknen, bevor die Haut mit Kleidung bedeckt wird oder enger Hautkontakt mit anderen Personen stattfindet.

Die Hände müssen anschließend gewaschen werden. Dosis und Auftragungsfläche dürfen nicht eigenständig verändert werden.

Wichtig ist: Auch ein Östrogen-Gel ist nicht grundsätzlich risikofrei. Die Anwendung über die Haut reduziert bestimmte Risiken, ersetzt aber nicht die ärztliche Prüfung von Gegenanzeigen. Nach einer Thrombose, Lungenembolie, einem Herzinfarkt oder Schlaganfall ist eine systemische Hormontherapie nach der aktuellen deutschen Leitlinie grundsätzlich kontraindiziert beziehungsweise nur in besonderen Situationen fachärztlich zu beurteilen.

Außerdem benötigt eine Frau mit vorhandener Gebärmutter auch bei einem Östrogen-Gel einen ausreichenden Schutz der Gebärmutterschleimhaut durch Progesteron oder ein Gestagen.

Welche Risiken hat eine Hormontherapie?

Die Risiken hängen unter anderem ab von:

  1. Alter und Zeitpunkt des Therapiebeginns,
  2. persönlichen Vorerkrankungen,
  3. Art und Dosis des Östrogens,
  4. Anwendung als Tablette oder über die Haut,
  5. Auswahl des Gestagens und
  6. Dauer der Behandlung.

Zu Beginn können Brustspannen, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen oder unregelmäßige Blutungen auftreten. Diese Beschwerden bessern sich häufig nach einer Anpassungsphase oder nach Veränderung der Dosis.

Eine kombinierte Behandlung aus Östrogen und Gestagen kann bei längerer Anwendung das Brustkrebsrisiko erhöhen. Die Höhe des Risikos hängt von der Behandlungsdauer und wahrscheinlich auch von der Art des verwendeten Gestagens ab. Bei einer reinen Östrogentherapie nach Entfernung der Gebärmutter ist das Brustkrebsrisiko anders zu bewerten.

Eine orale Hormontherapie erhöht das Risiko für venöse Thrombosen stärker als eine transdermale Anwendung. Auch das Risiko für Gallenblasenerkrankungen kann bei der Einnahme von Tabletten höher sein.

Eine reine Östrogentherapie ohne ausreichenden Gestagenschutz erhöht bei vorhandener Gebärmutter das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs und darf deshalb nicht dauerhaft durchgeführt werden.

Wann ist besondere Vorsicht erforderlich?

Eine systemische Hormontherapie ist in der Regel nicht oder nur nach einer spezialisierten individuellen Beurteilung geeignet bei:

  1. bestehendem oder früherem hormonabhängigem Brustkrebs,
  2. einer Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut,
  3. ungeklärten vaginalen Blutungen,
  4. einer früheren oder aktuellen Thrombose oder Lungenembolie,
  5. bekannten schweren Gerinnungsstörungen,
  6. Herzinfarkt, Schlaganfall oder ausgeprägten Gefäßerkrankungen sowie
  7. einer akuten oder nicht ausreichend abgeklärten schweren Lebererkrankung.

Eine familiäre Krebserkrankung bedeutet nicht automatisch, dass keine Hormontherapie möglich ist. Sie muss jedoch in die persönliche Risikobewertung einbezogen werden.

Vor der Behandlung überprüfen wir die gesundheitliche Vorgeschichte, den Blutdruck und wichtige Risikofaktoren. Die empfohlenen gynäkologischen und allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen sollten aktuell sein.

Lokale Behandlung bei Scheidentrockenheit

Scheidentrockenheit, Brennen, Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und wiederkehrende Beschwerden der Harnwege werden unter dem Begriff „genitourinäres Syndrom der Menopause“ zusammengefasst.

Wenn hauptsächlich diese Beschwerden bestehen, ist häufig keine systemische Hormontherapie erforderlich.

Zunächst können hormonfreie Feuchtigkeitspräparate und Gleitmittel verwendet werden. Reicht dies nicht aus, kann eine niedrig dosierte lokale Östrogentherapie angeboten werden – beispielsweise als Vaginalcreme, Vaginaltablette oder Vaginalring.

Das Östrogen wirkt dabei überwiegend direkt an der Scheide und den angrenzenden Geweben. Die Aufnahme in den gesamten Körper ist bei niedrig dosierten Präparaten in der Regel gering.

Eine lokale Behandlung kann meistens langfristig durchgeführt werden. Sie kann auch bei wiederkehrenden unkomplizierten Harnwegsinfektionen nach der Menopause hilfreich sein.

Bei einer früheren hormonabhängigen Krebserkrankung muss die Anwendung individuell und gegebenenfalls gemeinsam mit der behandelnden Onkologie entschieden werden.

Welche nicht hormonellen Medikamente gibt es?

Wenn eine Hormontherapie nicht gewünscht wird oder nicht möglich ist, stehen nicht hormonelle Möglichkeiten zur Verfügung.

Bestimmte Medikamente aus der Gruppe der SSRI oder SNRI können Hitzewallungen lindern. Sie sind ursprünglich zur Behandlung von Depressionen entwickelt worden, können aber auch unabhängig von einer Depression eingesetzt werden.

Weitere mögliche Medikamente sind Gabapentin oder Pregabalin. Diese können vor allem bei nächtlichen Beschwerden hilfreich sein, verursachen aber möglicherweise Müdigkeit oder Schwindel.

Eine neuere, gezielte Behandlungsmöglichkeit sind sogenannte Neurokinin-Rezeptor-Antagonisten. Dazu gehören beispielsweise Fezolinetant und Elinzanetant. Sie wirken auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn und können Hitzewallungen und Schweißausbrüche reduzieren, ohne Östrogen zu enthalten.

Je nach Präparat sind vor und während der Behandlung Kontrollen, insbesondere der Leberwerte, erforderlich. Ob ein solches Medikament geeignet und verfügbar ist, wird individuell geprüft.

Nicht jedes pflanzliche oder frei verkäufliche Präparat ist nachweislich wirksam oder frei von Nebenwirkungen. Auch pflanzliche Wirkstoffe können mit anderen Medikamenten wechselwirken. Deshalb sollten solche Präparate ebenfalls mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Was bedeutet „bioidentische“ Hormontherapie?

Der Begriff „bioidentisch“ wird häufig missverständlich verwendet.

Zugelassenes Estradiol und mikronisiertes Progesteron besitzen die gleiche chemische Struktur wie die körpereigenen Hormone. Sie stehen als geprüfte und genau dosierte Arzneimittel zur Verfügung.

Davon zu unterscheiden sind individuell gemischte Hormonrezepturen oder sogenannte naturidentische Hormonmischungen aus nicht standardisierter Herstellung. Für solche Präparate sind Dosierung, Wirksamkeit und Sicherheit häufig weniger gut untersucht.

Auch Hormonbestimmungen im Speichel sind zur üblichen Steuerung einer menopausalen Hormontherapie nicht geeignet. Entscheidend sind Beschwerden, Verträglichkeit und die ärztliche Beurteilung – nicht das Erreichen eines vermeintlich optimalen Speichelwertes.

Wie lange kann eine Hormontherapie durchgeführt werden?

Für die Hormontherapie gibt es keine für alle Frauen passende feste Höchstdauer.

Wir verwenden die niedrigste Dosis, die die Beschwerden ausreichend lindert, und überprüfen regelmäßig, ob die Behandlung weiterhin notwendig, wirksam und gut verträglich ist.

Eine erste Kontrolle erfolgt üblicherweise wenige Monate nach Beginn oder Änderung der Therapie. Danach sollte mindestens einmal jährlich gemeinsam geprüft werden:

  1. Sind die Beschwerden ausreichend gebessert?
  2. Sind Nebenwirkungen oder auffällige Blutungen aufgetreten?
  3. Hat sich das persönliche Risikoprofil verändert?
  4. Ist die gewählte Dosis noch angemessen?
  5. Möchte die Patientin die Behandlung fortführen?

Bei länger anhaltenden Beschwerden kann eine Fortsetzung nach erneuter Nutzen-Risiko-Abwägung sinnvoll sein. Eine Hormontherapie muss nicht allein wegen des Erreichens eines bestimmten Alters automatisch beendet werden.

Wechseljahre und Verhütung

Eine menopausale Hormontherapie ist kein Verhütungsmittel.

Während der Perimenopause können weiterhin Eisprünge auftreten. Solange eine Schwangerschaft noch möglich ist, muss deshalb zusätzlich eine geeignete Verhütung besprochen werden.

Vorzeitige Wechseljahre

Bei einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz vor dem 40. Lebensjahr fehlen die Hormone deutlich früher als gewöhnlich. Dadurch können unbehandelt unter anderem Risiken für Knochen, Herz-Kreislauf-System und Lebensqualität entstehen.

Sofern keine Gegenanzeigen vorliegen, wird meistens eine Hormonbehandlung mindestens bis zum durchschnittlichen natürlichen Menopausenalter empfohlen. Hier geht es nicht nur um die Behandlung von Hitzewallungen, sondern um den Ersatz von Hormonen, die der Körper in diesem Alter normalerweise noch bilden würde.

Das Wichtigste zum Schluss

Die Wechseljahre sind ein natürlicher Lebensabschnitt, aber belastende Beschwerden müssen nicht einfach ausgehalten werden.

Bei Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen ist die menopausale Hormontherapie die wirksamste Behandlung. Ob sie geeignet ist, hängt von den Beschwerden, dem Alter, dem Zeitpunkt der Menopause und dem persönlichen Risikoprofil ab.

Bei vorhandener Gebärmutter muss systemisches Östrogen grundsätzlich durch Progesteron oder ein geeignetes Gestagen ergänzt werden.

Östrogen-Gel und Östrogenpflaster haben gegenüber Tabletten einen wichtigen Vorteil: Sie umgehen weitgehend die Leber und beeinflussen dadurch die Blutgerinnung deutlich weniger. Das Risiko für Thrombosen und Schlaganfälle ist bei der Anwendung über die Haut niedriger als bei der Einnahme von Östrogentabletten.

Trotzdem ist auch eine transdermale Hormontherapie kein frei verfügbares Wellnessprodukt. Sie benötigt eine klare Indikation, eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung und regelmäßige ärztliche Kontrollen.

Gemeinsam mit Ihnen wählen wir die Behandlung, die zu Ihren Beschwerden, Ihrer gesundheitlichen Situation und Ihren persönlichen Wünschen passt.