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Video über Adipositas

Informations-Video mit
Prof. Dr. med. Herrmann

Prof. Dr. med. B. L. Herrmann ist Endokrinologe aus Bochum und Experte für Hormonerkrankungen. Im Video informiert er über „Adipositas“.

Hinweis: Dieses Video enthält einen KI-generierten Avatar und eine KI-generierte Stimme. Die medizinischen Inhalte wurden fachlich geprüft.

Text im Video

Adipositas – warum Abnehmen mehr als eine Frage des Gewichts ist

Was ist Adipositas?

Adipositas bedeutet, dass sich im Körper übermäßig viel Fettgewebe angesammelt hat. Sie ist keine Frage mangelnder Willenskraft, sondern eine chronische Erkrankung, die durch viele unterschiedliche Faktoren entstehen kann.

Dazu gehören:

  1. erbliche Einflüsse,
  2. hormonelle und stoffwechselbedingte Faktoren,
  3. das Hunger- und Sättigungssystem,
  4. Schlafmangel und Stress,
  5. psychische Erkrankungen,
  6. bestimmte Medikamente,
  7. die individuelle Lebenssituation sowie
  8. unsere Ernährungs- und Bewegungsumgebung.

Die aktuelle medizinische Leitlinie betont deshalb, dass Menschen mit Adipositas respektvoll, ohne Schuldzuweisungen und langfristig behandelt werden sollen.

Wie wird Adipositas festgestellt?

Zur ersten Einordnung wird meistens der Body-Mass-Index, kurz BMI, verwendet. Dafür wird das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt.

Ein BMI zwischen 25 und 29,9 Kilogramm pro Quadratmeter wird als Übergewicht bezeichnet. Ab einem BMI von 30 liegt definitionsgemäß eine Adipositas vor.

Der BMI allein zeigt jedoch nicht, wie das Fett im Körper verteilt ist und welche gesundheitlichen Auswirkungen bereits bestehen. Deshalb berücksichtigen wir zusätzlich den Taillenumfang, die Körperzusammensetzung, vorhandene Erkrankungen, körperliche Einschränkungen und die individuelle Lebensqualität.

Besonders das Fettgewebe im Bauchraum kann den Stoffwechsel belasten und das Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen.

Welche gesundheitlichen Folgen kann Adipositas haben?

Adipositas kann zahlreiche Erkrankungen begünstigen oder verschlechtern. Dazu gehören insbesondere:

  1. Typ-2-Diabetes,
  2. Bluthochdruck,
  3. Fettstoffwechselstörungen,
  4. Herzinfarkt und Schlaganfall,
  5. eine Fettlebererkrankung,
  6. Schlafapnoe,
  7. Gelenkbeschwerden und Arthrose,
  8. eingeschränkte Beweglichkeit,
  9. Reflux und Gallensteine,
  10. Fruchtbarkeitsstörungen,
  11. bestimmte Krebserkrankungen sowie
  12. Depressionen und eine verminderte Lebensqualität.

Nicht jede betroffene Person entwickelt alle diese Erkrankungen. Das individuelle Risiko hängt unter anderem von Fettverteilung, Alter, genetischer Veranlagung, Fitness und Begleiterkrankungen ab.

 

Warum lohnt sich eine Gewichtsreduktion?

Bei der Behandlung geht es nicht darum, einem gesellschaftlichen Schönheitsideal zu entsprechen. Das wichtigste Ziel ist eine Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität.

Schon eine Gewichtsabnahme von etwa fünf bis zehn Prozent des Ausgangsgewichts kann medizinisch bedeutsam sein.

Dadurch können sich:

  1. Blutzucker und Insulinempfindlichkeit verbessern,
  2. Blutdruck und Blutfettwerte sinken,
  3. eine Fettleber zurückbilden,
  4. Schlafapnoe und Schnarchen bessern,
  5. Gelenke entlastet werden,
  6. Beweglichkeit und Belastbarkeit zunehmen,
  7. hormonelle und reproduktive Funktionen verbessern und
  8. das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinken.

Auch eine weitere Gewichtszunahme zu verhindern, kann bereits ein sinnvolles erstes Behandlungsziel sein.

Gemeinsam legen wir realistische Ziele fest. Dabei zählt nicht nur die Zahl auf der Waage. Ebenso wichtig sind Taillenumfang, Ausdauer, Kraft, Laborwerte, Blutdruck, Schlaf, Schmerzen und Lebensqualität.

Adipositas ist eine chronische Erkrankung

Der Körper versucht, ein einmal erreichtes höheres Gewicht zu verteidigen. Nach einer Gewichtsabnahme nimmt das Hungergefühl häufig zu, während der Energieverbrauch sinken kann.

Das erklärt, warum eine langfristige Gewichtsstabilisierung schwierig ist. Eine erneute Gewichtszunahme bedeutet nicht automatisch, dass die betroffene Person versagt hat.

Wie bei Bluthochdruck oder Diabetes kann eine dauerhafte Behandlung erforderlich sein. Diese Behandlung muss regelmäßig überprüft und an die jeweilige Lebenssituation angepasst werden.

Die Basistherapie: Ernährung, Bewegung und Verhalten

Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt eine sogenannte multimodale Behandlung. Sie verbindet:

  1. Ernährungsberatung,
  2. körperliche Aktivität und
  3. langfristige Verhaltensänderungen.

Je nach Ausgangssituation können Medikamente oder eine operative Behandlung hinzukommen.

Es geht nicht darum, alle Gewohnheiten gleichzeitig und perfekt zu verändern. Wir suchen gemeinsam nach Maßnahmen, die wirksam sind und sich dauerhaft in den Alltag integrieren lassen.

Ernährungsberatung statt kurzfristiger Diät

Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Sie berücksichtigt nicht nur Kalorien, sondern auch Essgewohnheiten, Tagesstruktur, Begleiterkrankungen, Vorlieben, kulturelle Aspekte und den Alltag.

Eine geeignete Ernährung sollte:

  1. ein moderates Energiedefizit ermöglichen,
  2. ausreichend Eiweiß enthalten,
  3. viel Gemüse und ballaststoffreiche Lebensmittel umfassen,
  4. nährstoffreich und sättigend sein,
  5. zu den persönlichen Vorlieben passen und
  6. langfristig durchführbar sein.

Sehr strenge Verbote und kurzfristige Crash-Diäten führen häufig nicht zu einem dauerhaften Erfolg. Entscheidend ist eine Ernährungsweise, die über Monate und Jahre aufrechterhalten werden kann.

Hilfreich können feste Mahlzeiten, kleinere Portionen, langsames Essen und eine bewusste Auswahl von Getränken sein. Zuckerhaltige Getränke, Alkohol und stark energiereiche Lebensmittel liefern oft viele Kalorien, ohne lange zu sättigen.

Es gibt nicht die eine Ernährungsform, die für alle Menschen am besten geeignet ist. Je nach Situation können beispielsweise eine mediterrane, fettärmere oder kohlenhydratreduzierte Ernährung sinnvoll sein. Entscheidend sind die Qualität der Lebensmittel, das erreichbare Energiedefizit und die langfristige Umsetzbarkeit.

Körperliche Aktivität: mehr als Kalorienverbrauch

Bewegung allein führt häufig nur zu einer begrenzten Gewichtsabnahme. Sie ist trotzdem unverzichtbar.

Regelmäßige körperliche Aktivität kann:

  1. Herz und Kreislauf stärken,
  2. den Blutzucker verbessern,
  3. die Insulinempfindlichkeit erhöhen,
  4. Muskelmasse erhalten,
  5. den Energieverbrauch steigern,
  6. die Gewichtsstabilisierung unterstützen,
  7. Gelenkfunktion und Beweglichkeit verbessern sowie
  8. Stimmung und Schlaf positiv beeinflussen.

Geeignet ist eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining.

Ausdauertraining kann beispielsweise zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder Training auf einem Ergometer umfassen. Krafttraining hilft, während der Gewichtsabnahme möglichst viel Muskelmasse zu erhalten.

Der Einstieg sollte an die individuelle Belastbarkeit angepasst werden. Wer bisher wenig aktiv war, kann mit kurzen Einheiten beginnen. Mehrere zehnminütige Bewegungseinheiten können ein sinnvoller Anfang sein.

Auch Alltagsbewegung zählt: Treppensteigen, kurze Wege zu Fuß, Gartenarbeit oder regelmäßige Bewegungspausen am Arbeitsplatz.

Bei starken Gelenkbeschwerden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte das Bewegungsprogramm ärztlich beziehungsweise physiotherapeutisch begleitet werden.

Was bedeutet Lifestyleänderung?

Mit „Lifestyleänderung“ ist keine vorübergehende Diät gemeint. Es geht darum, das persönliche Umfeld so zu gestalten, dass gesundheitsfördernde Entscheidungen leichter werden.

Dazu können gehören:

  1. Mahlzeiten vorauszuplanen,
  2. geeignete Lebensmittel verfügbar zu halten,
  3. Auslöser für unkontrolliertes Essen zu erkennen,
  4. ausreichend zu schlafen,
  5. Stress anders zu bewältigen,
  6. Unterstützung durch Familie oder Freunde einzubeziehen,
  7. Fortschritte regelmäßig zu dokumentieren und
  8. mit Rückschlägen konstruktiv umzugehen.

Wenn emotionales Essen, Essanfälle, Depressionen oder andere psychische Belastungen bestehen, kann eine psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein.

Wann kommen Medikamente infrage?

Medikamente zur Gewichtsreduktion können nach der Leitlinie erwogen werden, wenn die Basistherapie allein nicht ausreichend wirksam ist oder aufgrund des gesundheitlichen Risikos frühzeitig zusätzliche Unterstützung benötigt wird.

Die zugelassenen modernen Medikamente kommen grundsätzlich infrage bei Erwachsenen mit:

  1. einem BMI ab 30 Kilogramm pro Quadratmeter oder
  2. einem BMI ab 27 mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung.

Zu solchen Begleiterkrankungen gehören beispielsweise Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Schlafapnoe oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Der BMI ist dabei nicht das einzige Entscheidungskriterium. Wir berücksichtigen auch den Schweregrad der Adipositas, bestehende Folgeerkrankungen, frühere Behandlungsversuche, persönliche Ziele und mögliche Gegenanzeigen.

Medikamente ersetzen Ernährungsberatung, Bewegung und Verhaltensänderungen nicht. Sie ergänzen diese Maßnahmen.

Wie wirken Semaglutid und Tirzepatid?

Semaglutid, der Wirkstoff von Wegovy, ähnelt dem körpereigenen Darmhormon GLP-1.

Tirzepatid, der Wirkstoff von Mounjaro, wirkt an den Rezeptoren für zwei Darmhormone: GLP-1 und GIP.

Beide Wirkstoffe beeinflussen die Regulation von Hunger und Sättigung. Viele behandelte Menschen fühlen sich früher satt, haben länger ein Sättigungsgefühl und verspüren weniger Hunger oder weniger starkes Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln.

Außerdem wird die Magenentleerung verlangsamt und bei erhöhtem Blutzucker die Insulinausschüttung unterstützt.

Diese Medikamente verbrennen das Fett nicht unmittelbar. Sie können es aber deutlich erleichtern, weniger Energie aufzunehmen und eine veränderte Ernährung langfristig einzuhalten.

Wegovy als wöchentliche Spritze

Wegovy mit dem Wirkstoff Semaglutid steht als Fertigpen zur Verfügung und wird einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt.

Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis. Anschließend wird sie schrittweise gesteigert. Diese langsame Aufdosierung soll dem Körper Zeit zur Anpassung geben und Magen-Darm-Beschwerden verringern.

Die Spritze wird nach einer Einweisung selbst angewendet. Die genaue Dosierung darf nicht eigenständig verändert werden.

Wegovy als tägliche Tablette

Seit dem 1. September 2026 steht Semaglutid zur Behandlung der Adipositas in Deutschland auch als täglich einzunehmende Wegovy-Tablette zur Verfügung.

Damit gibt es erstmals eine orale Semaglutid-Behandlung speziell für das Gewichtsmanagement. Sie kann eine Alternative für Menschen sein, die keine Spritzen verwenden möchten.

Die Tablette muss nach den genauen Vorgaben der Fachinformation eingenommen werden, da Nahrung, Getränke und andere Medikamente die Aufnahme beeinflussen können. Die Einnahmeregeln unterscheiden sich deshalb deutlich von vielen anderen Tabletten.

Spritze und Tablette enthalten denselben Grundwirkstoff, sind aber nicht einfach in gleicher Dosis gegeneinander austauschbar. Welche Form besser geeignet ist, hängt unter anderem von den persönlichen Vorlieben, dem Tagesablauf, der Verträglichkeit und möglichen Begleitmedikamenten ab.

Ein Wechsel zwischen Tablette und Spritze sollte ausschließlich ärztlich geplant werden.

Mounjaro als wöchentliche Spritze

Mounjaro enthält den Wirkstoff Tirzepatid und wird einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt.

Auch hier beginnt die Behandlung mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise gesteigert wird. Die langsame Aufdosierung ist wichtig für die Verträglichkeit.

Tirzepatid kann bei vielen Menschen zu einer deutlichen Gewichtsabnahme führen. Die individuelle Wirkung ist jedoch unterschiedlich. Manche Menschen verlieren erheblich an Gewicht, andere sprechen weniger stark auf die Behandlung an oder vertragen sie nicht ausreichend.

Wegovy und Mounjaro dürfen nicht miteinander oder mit anderen Medikamenten aus derselben Wirkstoffgruppe kombiniert werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die häufigsten Nebenwirkungen von Semaglutid und Tirzepatid betreffen den Magen-Darm-Trakt.

Dazu gehören:

  1. Übelkeit,
  2. Völlegefühl,
  3. Aufstoßen oder Sodbrennen,
  4. Bauchschmerzen,
  5. Durchfall,
  6. Verstopfung und
  7. Erbrechen.

Diese Beschwerden treten besonders häufig zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosissteigerung auf. Bei vielen Menschen werden sie im weiteren Verlauf schwächer.

Eine langsame Aufdosierung verbessert häufig die Verträglichkeit. Hilfreich können außerdem sein:

  1. kleinere Mahlzeiten,
  2. langsames Essen,
  3. das Beenden der Mahlzeit beim ersten Sättigungsgefühl,
  4. weniger sehr fettige oder stark gewürzte Speisen,
  5. eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und
  6. regelmäßige Bewegung bei Verstopfung.

Wenn eine Dosis nicht gut vertragen wird, muss sie nicht automatisch weiter gesteigert werden. Manchmal ist es sinnvoll, länger bei einer niedrigeren Dosis zu bleiben oder die Behandlung anzupassen. Dies sollte immer mit der behandelnden Praxis besprochen werden.

Welche ernsteren Nebenwirkungen sind möglich?

Selten können ernstere Komplikationen auftreten.

Dazu gehören unter anderem:

  1. eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse,
  2. Gallensteine oder eine Gallenblasenentzündung,
  3. starker Flüssigkeitsverlust durch anhaltendes Erbrechen oder Durchfall,
  4. eine Verschlechterung der Nierenfunktion bei Austrocknung sowie
  5. ausgeprägte Magen-Darm-Beschwerden.

Bei starken und anhaltenden Oberbauchschmerzen, wiederholtem Erbrechen, Zeichen einer Austrocknung oder gelblicher Verfärbung von Haut oder Augen sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.

Bei Menschen mit einer ausgeprägten Magenentleerungsstörung sind diese Medikamente möglicherweise nicht geeignet.

Unterzuckerungen treten bei Menschen ohne Diabetes normalerweise nicht allein durch diese Medikamente auf. Das Risiko kann jedoch steigen, wenn gleichzeitig Insulin oder bestimmte andere Diabetesmedikamente verwendet werden. Deren Dosierung muss gegebenenfalls angepasst werden.

Vor einer Operation, Narkose oder Magenspiegelung muss das Behandlungsteam darüber informiert werden, dass Semaglutid oder Tirzepatid angewendet wird. Die verzögerte Magenentleerung kann für die Narkoseplanung von Bedeutung sein.

Schwangerschaft und Kinderwunsch

Semaglutid und Tirzepatid dürfen nicht zur Gewichtsreduktion während der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Bei Kinderwunsch müssen die Medikamente rechtzeitig vorher abgesetzt werden. Der erforderliche zeitliche Abstand richtet sich nach dem jeweiligen Präparat.

Tirzepatid kann insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosissteigerungen die Aufnahme einer oralen Verhütung beeinflussen. Frauen sollten deshalb mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob vorübergehend eine zusätzliche oder andere Verhütungsmethode erforderlich ist.

Eine Gewichtsabnahme kann bei manchen Frauen die Fruchtbarkeit verbessern. Eine Schwangerschaft kann deshalb auch dann eintreten, wenn dies zuvor längere Zeit nicht möglich war.

Wie lange werden die Medikamente eingesetzt?

Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Deshalb sind auch Semaglutid und Tirzepatid grundsätzlich als langfristige Behandlungen zu verstehen.

Nach dem Absetzen nehmen Hunger und Appetit häufig wieder zu. Ein Teil des verlorenen Gewichts kann erneut zugenommen werden. Das ist keine Abhängigkeit und kein persönliches Versagen, sondern eine Folge der biologischen Gegenregulation des Körpers.

Wir überprüfen regelmäßig:

  1. Wirkt die Behandlung ausreichend?
  2. Werden die gesundheitlichen Ziele erreicht?
  3. Ist das Medikament gut verträglich?
  4. Können Ernährung und Bewegung dauerhaft umgesetzt werden?
  5. Gibt es neue Risiken oder Gegenanzeigen?
  6. Ist eine Fortsetzung medizinisch sinnvoll?

Bleibt eine ausreichende Wirkung trotz korrekter Anwendung aus, muss die Therapie überprüft und gegebenenfalls gewechselt oder beendet werden.

Muskelmasse während der Gewichtsabnahme erhalten

Bei jeder größeren Gewichtsabnahme geht nicht nur Fettgewebe verloren. Auch Muskelmasse kann abnehmen.

Deshalb sind eine ausreichende Eiweißzufuhr und regelmäßiges Krafttraining besonders wichtig. Dies gilt vor allem für ältere Menschen und bei einer schnellen oder ausgeprägten Gewichtsreduktion.

Ziel ist nicht nur ein niedrigeres Körpergewicht, sondern ein gesünderer und leistungsfähiger Körper.

Weitere Medikamente zur Gewichtsreduktion

Neben Semaglutid und Tirzepatid gibt es weitere zugelassene Medikamente, beispielsweise Liraglutid, Orlistat oder eine Kombination aus Naltrexon und Bupropion.

Diese Wirkstoffe unterscheiden sich in Wirkung, Verträglichkeit und Gegenanzeigen. Welches Medikament geeignet ist, hängt von Begleiterkrankungen, anderen Medikamenten, persönlichen Vorlieben und bisherigen Erfahrungen ab.

Nicht zugelassene Präparate oder Wirkstoffe aus unsicheren Internetquellen sollten keinesfalls verwendet werden. Es besteht das Risiko falscher Dosierung, Verunreinigungen und schwerer Nebenwirkungen.

Wann kommt eine Operation infrage?

Bei schwerer Adipositas oder ausgeprägten Folgeerkrankungen kann eine bariatrische beziehungsweise metabolische Operation die wirksamste Behandlung sein.

Zu den häufigsten Verfahren gehören der Schlauchmagen und der Magenbypass.

Eine Operation kommt insbesondere infrage, wenn:

  1. eine schwere Adipositas besteht,
  2. relevante Begleiterkrankungen vorliegen,
  3. konservative Behandlungen nicht ausreichend wirksam waren oder
  4. aufgrund des hohen gesundheitlichen Risikos eine rasche und deutliche Gewichtsreduktion erforderlich ist.

Die Entscheidung wird in einem spezialisierten Zentrum getroffen. Vor und nach der Operation sind eine langfristige medizinische Betreuung, Ernährungsberatung sowie regelmäßige Kontrollen von Vitaminen und Mineralstoffen erforderlich.

Medikamente oder Operation – was ist besser?

Diese Frage lässt sich nicht allgemein beantworten.

Bei manchen Menschen reicht eine strukturierte Basistherapie aus. Andere profitieren zusätzlich von Medikamenten. Bei schwerer Adipositas kann eine Operation die sinnvollste und dauerhaft wirksamste Möglichkeit sein.

Die verschiedenen Verfahren stehen nicht zwingend in Konkurrenz. Medikamente können beispielsweise vor oder nach einer Operation eingesetzt werden, wenn dies medizinisch sinnvoll ist.

Entscheidend ist eine individuelle, langfristige Behandlungsstrategie.

Was gehört zu den ärztlichen Kontrollen?

Vor und während der Behandlung untersuchen wir unter anderem:

  1. Gewicht, BMI und Taillenumfang,
  2. Blutdruck,
  3. Blutzucker und Langzeitblutzucker,
  4. Blutfette,
  5. Leber- und gegebenenfalls Nierenwerte,
  6. vorhandene Begleiterkrankungen,
  7. eingenommene Medikamente,
  8. Ernährungs- und Bewegungsverhalten sowie
  9. psychische Belastungen und mögliche Essstörungen.

Während einer medikamentösen Behandlung kontrollieren wir zusätzlich Wirkung, Nebenwirkungen, Dosis und Verträglichkeit.

Das Wichtigste zum Schluss

Adipositas ist eine chronische, vielschichtige Erkrankung und keine Frage fehlender Disziplin.

Eine Gewichtsreduktion kann bereits bei fünf bis zehn Prozent des Ausgangsgewichts wichtige gesundheitliche Vorteile bringen. Sie kann Blutzucker, Blutdruck, Fettleber, Schlafapnoe, Gelenkbeschwerden und Lebensqualität verbessern.

Die Grundlage der Behandlung bleibt ein langfristiges Gesamtkonzept aus Ernährungsberatung, körperlicher Aktivität und realistischen Verhaltensänderungen.

Moderne Medikamente wie Wegovy mit Semaglutid – als wöchentliche Spritze oder tägliche Tablette – und Mounjaro mit Tirzepatid können die Behandlung deutlich unterstützen. Sie sind jedoch keine Wundermittel und keine kurzfristigen Lifestyle-Produkte.

Die Medikamente benötigen eine klare medizinische Indikation, eine langsame Aufdosierung und regelmäßige ärztliche Kontrollen. Ernährung, Bewegung und insbesondere der Erhalt der Muskelmasse bleiben auch während der medikamentösen Therapie unverzichtbar.

Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheiden wir gemeinsam auf Grundlage Ihres gesundheitlichen Risikos, Ihrer Begleiterkrankungen, Ihrer bisherigen Erfahrungen und Ihrer persönlichen Ziele.