SERVICE

Video über Testosteron-Mangel beim Mann

Informations-Video mit
Prof. Dr. med. Herrmann

Prof. Dr. med. B. L. Herrmann ist Endokrinologe aus Bochum und Experte für Hormonerkrankungen. Im Video informiert er über „Testosteronmangel beim Mann“.

Hinweis: Dieses Video enthält einen KI-generierten Avatar und eine KI-generierte Stimme. Die medizinischen Inhalte wurden fachlich geprüft.

Text im Video

Testosteronmangel beim Mann – erkennen, abklären und richtig behandeln

Was ist Testosteron?

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon. Es wird überwiegend in den Hoden gebildet. Seine Produktion wird durch Hormone aus dem Gehirn und der Hirnanhangsdrüse, der sogenannten Hypophyse, gesteuert.

Testosteron beeinflusst nicht nur die Sexualität. Es ist unter anderem für die Entwicklung und Erhaltung der männlichen Geschlechtsmerkmale, die Spermienbildung, die Muskelmasse, die Knochenstabilität, die Blutbildung und das allgemeine Wohlbefinden von Bedeutung.

Die Testosteronkonzentration schwankt im Tagesverlauf. Am höchsten ist sie normalerweise am Morgen. Zudem kann sie vorübergehend durch akute Erkrankungen, Schlafmangel, starke körperliche Belastung oder eine zu geringe Nahrungsaufnahme absinken.

Ein einzelner niedriger Messwert bedeutet deshalb noch nicht automatisch, dass ein behandlungsbedürftiger Testosteronmangel vorliegt.

 

Wann liegt ein Testosteronmangel vor?

Ein medizinisch relevanter Testosteronmangel wird als männlicher Hypogonadismus bezeichnet.

Nach den aktuellen Leitlinien darf diese Diagnose nur gestellt werden, wenn zwei Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sind:

Erstens müssen Beschwerden oder körperliche Veränderungen vorliegen, die zu einem Testosteronmangel passen.

Zweitens muss bei mindestens zwei Blutuntersuchungen an unterschiedlichen Tagen eine eindeutig zu niedrige Testosteronkonzentration festgestellt werden.

Beschwerden allein reichen für die Diagnose ebenso wenig aus wie ein einzelner niedriger Laborwert.

 

Welche Beschwerden können auftreten?

Die Beschwerden eines Testosteronmangels können sehr unterschiedlich sein. Am aussagekräftigsten sind Veränderungen der Sexualfunktion. Dazu gehören:

  1. ein deutlich vermindertes sexuelles Verlangen,
  2. seltener auftretende morgendliche oder spontane Erektionen und
  3. Erektionsstörungen.

Weitere mögliche Beschwerden sind:

  1. Antriebsmangel und schnelle Erschöpfung,
  2. eine verminderte körperliche Belastbarkeit,
  3. depressive Verstimmungen oder Reizbarkeit,
  4. Konzentrations- und Schlafstörungen,
  5. eine Abnahme der Muskelmasse und Muskelkraft,
  6. eine Zunahme des Körperfetts,
  7. eine Abnahme der Körperbehaarung,
  8. Hitzewallungen,
  9. eine verminderte Knochendichte oder Osteoporose,
  10. Blutarmut sowie
  11. eine eingeschränkte Fruchtbarkeit.

Viele dieser Beschwerden sind allerdings unspezifisch. Müdigkeit, Gewichtszunahme, Schlafstörungen oder nachlassende Leistungsfähigkeit können zahlreiche andere Ursachen haben.

Dazu gehören beispielsweise Stress, Depressionen, Schlafapnoe, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus, starkes Übergewicht, chronische Erkrankungen oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente.

Deshalb ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig.

 

Welche Rolle spielt der AMS-Fragebogen?

Zur strukturierten Erfassung der Beschwerden kann der sogenannte AMS-Fragebogen eingesetzt werden. AMS steht für „Aging Males’ Symptoms“, also Beschwerden des alternden Mannes.

Der Fragebogen enthält 17 Fragen aus drei Bereichen:

  1. körperliche Beschwerden,
  2. psychische Beschwerden und
  3. sexuelle Beschwerden.

Gefragt wird beispielsweise nach Erschöpfung, Schlafproblemen, Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, verminderter Muskelkraft, nachlassender Libido und Veränderungen der Sexualfunktion.

Jede Frage wird danach bewertet, wie stark das jeweilige Symptom ausgeprägt ist. Aus den Antworten wird ein Gesamtwert gebildet. Je höher dieser Wert ist, desto stärker ist die subjektive Beschwerdebelastung.

Der AMS-Fragebogen kann uns dabei helfen, Beschwerden vollständig zu erfassen und ihren Verlauf zu dokumentieren. Er kann beispielsweise vor und während einer Behandlung eingesetzt werden, um Veränderungen besser beurteilen zu können.

Wichtig ist jedoch: Der AMS-Fragebogen beweist keinen Testosteronmangel.

Viele der darin erfassten Beschwerden können auch bei anderen Erkrankungen oder unabhängig vom Testosteronspiegel auftreten. Die aktuellen europäischen Leitlinien weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass solche Fragebögen nur eine begrenzte diagnostische Aussagekraft besitzen.

Ein auffälliges Ergebnis ersetzt weder das ärztliche Gespräch noch die körperliche Untersuchung und schon gar nicht die erforderlichen Blutuntersuchungen. Es sollte daher niemals allein die Grundlage für eine Testosteronbehandlung sein.

 

Welche Ursachen kann ein Testosteronmangel haben?

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen einem primären und einem sekundären Hypogonadismus.

Beim primären Hypogonadismus liegt die Ursache in den Hoden. Mögliche Gründe sind angeborene Veränderungen wie das Klinefelter-Syndrom, frühere Hodenverletzungen, Entzündungen, Operationen sowie eine Chemotherapie oder Bestrahlung.

Beim sekundären Hypogonadismus werden die Hoden durch den Hypothalamus oder die Hypophyse nicht ausreichend angeregt. Ursachen können beispielsweise Erkrankungen der Hypophyse, ein erhöhter Prolaktinwert, bestimmte Medikamente oder schwere chronische Erkrankungen sein.

Daneben gibt es den sogenannten funktionellen Hypogonadismus. Hier ist die hormonelle Steuerung grundsätzlich vorhanden, wird aber durch andere Faktoren beeinträchtigt.

Häufige Ursachen sind starkes Übergewicht, Typ-2-Diabetes, das metabolische Syndrom, schwere Allgemeinerkrankungen, Schlafstörungen, übermäßiger Alkoholkonsum oder bestimmte Medikamente. Dazu gehören insbesondere Opioide, hoch dosierte Kortisonpräparate und die vorherige Einnahme anaboler Steroide.

Das Lebensalter allein ist dagegen kein ausreichender Grund für die Diagnose. Bei gesunden Männern nimmt die Testosteronproduktion im Alter meist nur langsam ab. Nicht jeder ältere Mann mit Müdigkeit oder nachlassender Leistungsfähigkeit hat deshalb einen behandlungsbedürftigen Hormonmangel.

 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wenn passende Beschwerden bestehen, bestimmen wir zunächst das Gesamt-Testosteron im Blut.

Die Blutentnahme sollte morgens – nach der europäischen Leitlinie möglichst zwischen 7 und 10 Uhr – und nüchtern erfolgen. Bei Schichtarbeit oder einem stark veränderten Schlafrhythmus muss der Zeitpunkt individuell beurteilt werden.

Liegt der Wert unterhalb des diagnostischen Bereichs, muss er an einem anderen Morgen kontrolliert werden. Erst zwei wiederholt niedrige Werte zusammen mit passenden Beschwerden können die Diagnose stützen.

Die europäische Leitlinie verwendet für den spät einsetzenden Hypogonadismus einen Gesamt-Testosteronwert unter 12 Nanomol pro Liter beziehungsweise ungefähr 3,5 Nanogramm pro Milliliter als Orientierung. Der Laborwert darf jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Messmethode, Referenzbereich und individuelle Situation müssen berücksichtigt werden.

In bestimmten Situationen bestimmen wir zusätzlich das sexualhormonbindende Globulin, kurz SHBG, und berechnen daraus das freie Testosteron. Das kann beispielsweise bei starkem Übergewicht, höherem Lebensalter, Leber- oder Schilddrüsenerkrankungen sinnvoll sein, weil diese Faktoren den SHBG-Wert verändern können.

Mit den Hormonen LH und FSH untersuchen wir, ob die Ursache eher in den Hoden oder in der übergeordneten Steuerung durch Hypophyse und Hypothalamus liegt.

Je nach Befund können weitere Untersuchungen notwendig sein – beispielsweise die Bestimmung von Prolaktin, eine Untersuchung weiterer Hypophysenhormone, eine genetische Diagnostik oder eine Kernspintomografie der Hypophyse.

Ziel ist nicht nur, einen niedrigen Testosteronwert festzustellen. Wir möchten vor allem herausfinden, warum er erniedrigt ist.

 

Wann ist eine Testosteronbehandlung angezeigt?

Eine Testosteronbehandlung kommt infrage, wenn:

  1. typische und anhaltende Beschwerden bestehen,
  2. der Testosteronmangel durch mindestens zwei korrekte morgendliche Messungen bestätigt wurde,
  3. die Ursache sorgfältig abgeklärt wurde und
  4. keine Gegenanzeigen vorliegen.

Bei einem klassischen oder organisch bedingten Hypogonadismus ist eine langfristige Hormonersatztherapie häufig notwendig.

Bei einem funktionellen Hypogonadismus sollten dagegen zunächst mögliche Ursachen behandelt werden. Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, eine Behandlung der Schlafapnoe sowie eine gute Einstellung von Begleiterkrankungen können den Testosteronwert und die Beschwerden verbessern.

Auch Medikamente, die den Hormonhaushalt beeinträchtigen, sollten ärztlich überprüft werden. Sie dürfen jedoch keinesfalls eigenständig abgesetzt werden.

Eine Testosterontherapie ist keine allgemeine Behandlung gegen das Älterwerden, Müdigkeit oder beruflichen Stress.

 

Testosteron ist kein Lifestyle-Medikament

Testosteron ist ein verschreibungspflichtiges Hormon und kein Lifestyle-, Anti-Aging- oder Muskelaufbaupräparat.

Es darf nicht eingesetzt werden, um bei gesunden Männern die körperliche Leistungsfähigkeit, Muskelmasse, Stimmung oder Sexualfunktion über den normalen Bereich hinaus zu steigern.

Bei Männern mit normalen Testosteronwerten ist kein verlässlicher medizinischer Nutzen einer solchen Behandlung belegt. Gleichzeitig können erhebliche Nebenwirkungen entstehen.

Die Behandlung verfolgt ein klares medizinisches Ziel: Bei einem nachgewiesenen Hypogonadismus soll der Testosteronspiegel in den normalen Bereich gebracht und sollen die damit verbundenen Beschwerden gebessert werden. Es geht nicht darum, möglichst hohe Werte zu erreichen.

Eine eigenständige Einnahme, die Verwendung von Präparaten aus unsicheren Internetquellen oder die Weitergabe an andere Personen ist gefährlich und kann gegen gesetzliche und sportrechtliche Bestimmungen verstoßen.

 

Kinderwunsch unbedingt vorher ansprechen

Ein besonders wichtiger Punkt ist der Kinderwunsch.

Von außen zugeführtes Testosteron hemmt die körpereigene Ausschüttung von LH und FSH. Dadurch kann die Spermienproduktion stark abnehmen oder vollständig zum Stillstand kommen. Zusätzlich können sich die Hoden verkleinern.

Eine Testosterontherapie ist deshalb für Männer mit aktuellem oder absehbarem Kinderwunsch nicht geeignet.

Bei bestimmten Formen des sekundären Hypogonadismus können stattdessen andere Hormonbehandlungen, beispielsweise mit Gonadotropinen, infrage kommen. Damit lassen sich unter fachärztlicher Betreuung möglicherweise sowohl die Testosteronproduktion als auch die Fruchtbarkeit fördern.

Sprechen Sie einen bestehenden oder zukünftigen Kinderwunsch daher unbedingt vor Beginn der Behandlung an.

 

Wann darf Testosteron nicht oder nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden?

Gegen eine Testosterontherapie sprechen insbesondere:

  1. ein aktives oder fortgeschrittenes Prostatakarzinom,
  2. Brustkrebs beim Mann,
  3. ein Hämatokritwert von 54 Prozent oder höher,
  4. eine unzureichend behandelte schwere Herzschwäche und
  5. ein aktueller Kinderwunsch.

Besondere Vorsicht und gegebenenfalls eine weitere fachärztliche Abklärung sind erforderlich bei:

  1. auffälligem PSA-Wert oder auffälligem Prostatabefund,
  2. einer früher behandelten Prostatakrebserkrankung,
  3. stark erhöhtem Hämatokrit,
  4. schweren Beschwerden beim Wasserlassen,
  5. bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  6. kürzlich aufgetretenem Herzinfarkt oder Schlaganfall,
  7. Thrombosen oder einer bekannten Thromboseneigung sowie
  8. einer unbehandelten schweren Schlafapnoe.

Ob eine Therapie möglich ist, muss immer individuell nach Abwägung von Nutzen und Risiken entschieden werden.

 

Welche Behandlungsformen gibt es?

Testosteron kann unter anderem als Gel auf die Haut aufgetragen oder als Injektion verabreicht werden.

Ein Gel ermöglicht eine tägliche und vergleichsweise gleichmäßige Zufuhr. Es muss korrekt angewendet werden. Bis das Gel vollständig eingezogen ist, darf es nicht durch Hautkontakt auf Partnerinnen, Partner oder Kinder übertragen werden.

Injektionen wirken je nach Präparat unterschiedlich lange. Bei lang wirksamen Depotpräparaten sind größere Abstände zwischen den Anwendungen möglich. Die Wirkung kann nach einer Injektion jedoch nicht kurzfristig rückgängig gemacht werden.

Welches Präparat geeignet ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen. Dabei berücksichtigen wir Vorerkrankungen, persönliche Vorlieben, Alltagstauglichkeit, Kosten und Sicherheitsaspekte.

 

Welchen Nutzen kann die Behandlung haben?

Bei einem tatsächlich bestehenden Hypogonadismus kann eine fachgerecht durchgeführte Behandlung insbesondere:

  1. das sexuelle Verlangen verbessern,
  2. spontane und morgendliche Erektionen fördern,
  3. Stimmung und Antrieb günstig beeinflussen,
  4. Muskel- und fettfreie Körpermasse erhöhen,
  5. eine Blutarmut verbessern und
  6. langfristig zur Stabilisierung der Knochen beitragen.

Nicht alle Beschwerden sprechen gleichermaßen auf Testosteron an. Bei Erektionsstörungen, starker Erschöpfung, depressiven Beschwerden oder Osteoporose können zusätzliche oder andere Behandlungen erforderlich sein.

Wenn trotz normalisierter Testosteronwerte keine relevante Besserung eintritt, sollte die Diagnose erneut überprüft und nach anderen Ursachen gesucht werden.

 

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Testosteron kann die Bildung roter Blutkörperchen steigern. Dadurch kann der Hämatokrit zu stark ansteigen und das Blut dickflüssiger werden. Dies kann das Risiko für Gefäßkomplikationen erhöhen. Der Hämatokrit muss deshalb vor und während der Behandlung kontrolliert werden.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  1. Akne und fettige Haut,
  2. Wassereinlagerungen,
  3. eine Vergrößerung oder Empfindlichkeit der Brust,
  4. Haarausfall bei entsprechender Veranlagung,
  5. Veränderungen von Stimmung oder Reizbarkeit,
  6. eine Zunahme bestehender Beschwerden beim Wasserlassen,
  7. verminderte Spermienproduktion und
  8. eine Verkleinerung der Hoden.

Testosteron verursacht nach dem aktuellen Kenntnisstand bei leitliniengerechter Anwendung nicht automatisch Prostatakrebs. Die langfristige Datenlage ist jedoch nicht in allen Patientengruppen vollständig. Vor und während der Behandlung müssen daher das persönliche Prostatakrebsrisiko, der PSA-Wert und gegebenenfalls der Tastbefund der Prostata berücksichtigt werden.

Auch das Herz-Kreislauf-Risiko muss vor Beginn der Behandlung beurteilt werden. Die aktuelle Studienlage zeigt bei korrekt ausgewählten Männern mit nachgewiesenem Hypogonadismus keine eindeutige Zunahme schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse durch eine Einstellung in den Normalbereich. Bei vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist dennoch besondere Vorsicht und eine engmaschige Betreuung erforderlich.

 

Welche Kontrollen sind während der Therapie notwendig?

Eine Testosterontherapie darf nicht ohne regelmäßige ärztliche Kontrollen erfolgen.

Vor Beginn dokumentieren wir unter anderem:

  1. Beschwerden und Behandlungsziele,
  2. Testosteronwerte,
  3. Blutbild und Hämatokrit,
  4. Blutdruck und Herz-Kreislauf-Risikofaktoren,
  5. je nach Alter und individueller Situation den PSA-Wert und den Prostatabefund sowie
  6. gegebenenfalls Stoffwechsel- und Knochenwerte.

Eine erste Kontrolle erfolgt in der Regel nach ungefähr drei Monaten. Dabei prüfen wir:

  1. Haben sich die Beschwerden verbessert?
  2. Liegt der Testosteronwert im angestrebten Normalbereich?
  3. Sind Nebenwirkungen aufgetreten?
  4. Hat sich der Hämatokrit erhöht?
  5. Gibt es Veränderungen des PSA-Wertes oder Beschwerden beim Wasserlassen?
  6. Wird das Präparat korrekt angewendet?

Weitere Kontrollen erfolgen abhängig von Präparat und Risikoprofil nach sechs und zwölf Monaten und anschließend in der Regel mindestens jährlich.

Steigt der Hämatokrit über 54 Prozent, muss die Behandlung angepasst oder vorübergehend beendet werden. Je nach Situation können eine niedrigere Dosis, ein Wechsel des Präparats oder weitere Maßnahmen erforderlich sein.

Die Behandlung sollte nur fortgeführt werden, wenn ein nachvollziehbarer Nutzen besteht und die Sicherheit durch regelmäßige Kontrollen gewährleistet ist.

 

Das Wichtigste zum Schluss

Ein Testosteronmangel ist eine klar definierte medizinische Erkrankung. Die Diagnose beruht nicht allein auf Müdigkeit, einem AMS-Fragebogen oder einem einzelnen Laborwert.

Erforderlich sind typische Beschwerden, mindestens zwei korrekt bestimmte niedrige morgendliche Testosteronwerte und eine sorgfältige Abklärung der Ursache.

Der AMS-Fragebogen kann dabei helfen, Beschwerden strukturiert zu erfassen. Er kann die Diagnose jedoch weder bestätigen noch ausschließen.

Eine Testosteronbehandlung kann bei einem nachgewiesenen Hypogonadismus sinnvoll und wirksam sein. Sie ist aber kein Lifestyle-, Anti-Aging- oder Muskelaufbaumittel. Besonders bei Kinderwunsch, Prostataerkrankungen, erhöhtem Hämatokrit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung notwendig.

Ob eine Behandlung für Sie geeignet ist, entscheiden wir nach vollständiger Untersuchung gemeinsam mit Ihnen. Unser Ziel ist nicht ein möglichst hoher Testosteronwert, sondern eine medizinisch begründete, sichere Behandlung mit einer spürbaren Verbesserung Ihrer Beschwerden.