Diabetes insipidus

Der Diabetes insipidus  ist eine Erkrankung des Wasserhaushaltes, welches durch eine fehlende Ausschüttung (Sekretion) durch das Anti-deuretische Hormon (ADH) verursacht wird. ADH wird in zentraleren Hirnstrukturen produziert und gelangt über Nervenbahnen in den Hinterlappen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Diesen Bereich der Hypophyse nennt man auch Neurohypophyse. Im Falle eines Kochsalzanstieges im Körper wird vermehrt ADH ausgeschüttet. ADH gelangt über den Blutweg in die Nieren und entzieht den sogenannten Primärharn durch eine Wasserrück-Resorption. Der Mensch produziert pro Tag ca. 150-180 l Primärharn, der durch ein kompliziertes Filtersystem (Glomerulus, Nephron, Sammelrohre) gelangt und rückresorbiert wird, um somit dem Blut wieder zur Verfügung zu stehen. Über den Harnleiter und die Blase scheiden wir somit nur ca. 1,5 Liter (entsprechend ca. 1 % des Primärharns) aus.

Bei Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse (z. B. durch Tumoren (Hypophysenadenome, Craniopharyngeome), Operationen oder auch Autoimmunerkrankungen etc.) wird zu wenig oder kein ADH gebildet. Somit entsteht ein vermehrtes Wasserlassen (Polyurie). Die Symptome des Diabetes insipidus sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, niedriger Blutdruck, Schlafstörungen, psychische Störungen, Elektrolyt-Störungen (Salzstörungen) etc. Ein geregeltes Leben ist nicht mehr möglich, da alle 30-60 Minuten Wasser gelassen werden muss. Somit ist der Schlaf extrem gestört und das soziale Leben stark eingeschränkt.

Eine weitere seltene Form betrifft den sogenannten nephrogenen Diabetes insipidus (renaler Diabetes insipidus). Das heißt, dass ADH aus der Neurohypophyse ausgeschüttet wird, kann jedoch in der Nieren nicht seine Wirkung entfalten. Hier zeigen sich sogenannte Rezeptor-Defekte, die im Sinne eines unzureichenden Schlüsselloches für den passenden Schlüssel (ADH) als Ursache zu beschreiben sind.

Diagnostiziert wird der Diabetes insipidus durch einen sogenannten Durstversuch. Hierbei wird regelmäßig das Körpergewicht, die Wasserausscheidung in ml sowie Natrium, die Urin- und Serumosmolalität (Konzentrationsfähigkeit des Urins als auch des Blutes) sowie das ADH gemessen. Neuerdings wird das sogenannte Copeptin mit bestimmt. Da dieser Parameter stabiler und somit einfacher zu messen ist, hat er die Messung des ADH weitgehend verdrängt. Copeptin wird mit ADH aus der Neurohypohyse Co-sezerniert. Initial kann somit Copeptin gemessen werden. Der sogenannte Durstversuch stellt jedoch immer noch den GOLD-Standard dar.

Therapiert wird der Diabetes insipidus centralis durch die Gabe von synthetischen ADH (Desmopressin). Desmopressin kann in Form von Tabletten, Nasenspray als auch durch subkutane Injektionen erfolgen (z.B. Minirin®). Die Einstellung ist hier sehr individuell. Anders als im Vergleich zu Hydrocortison muss bei Hypophysen-erkrankten Patienten Desmopressin (Minirin®) nicht stress-bedingt angepasst werden.

 

 

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