Morbus Basedow

Die 10 häufigsten Fragen und Antworten

Schilddrüsen-Spezialist Prof. Dr. Herrmann (Endokrinologe) beantwortet häufige Fragen zur Erkrankung Morbus Basedow.

Was ist Morbus Basedow?

Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, der in ca. 90 % Frauen betrifft.

Wie entsteht der Morbus Basedow?

Schilddrüsen-stimulierende Antikörper (TRAK: Thyreoidia-stimulierende-Ak) werden vom Immunsystem gebildet und stimulieren die Schilddrüsen zur vermehrten Hormonproduktion.

Wie entsteht die Augenveränderung?

Die Augenveränderung nennt man endokrine Orbitopathie. Auch das hinter dem Auge liegende Fettgewebe als auch die Augenmuskeln sowie auch das Fettgewebe um die Augen herum haben sogenannte Rezeptoren (Schlüssellöcher). Durch den TSH-Rezeptor-Antikörper (Schlüssel) kommt es durch das Schlüssel-Schloss-Prinzip zu einer Aktivierung und zu einer Entzündungsreaktion. Deshalb schwillt das Fettgewebe an. Die Augen können somit heraustreten.

Hat jeder Patient mit Morbus Basedow eine endokrine Orbitopathie?

Nein, nur ca. 40-50 % der Patienten haben eine endokrine Orbitopathie (Augenbeteiligung).

Wie behandelt man den Morbus Basedow?

Über ca. ein Jahr wird eine Tabletten-Therapie mit sogenannten Thyreostatika (Thimazol, Carbimazol, Propylthiouracil) durchgeführt.

Wie lange dauert die Tabletten-Therapie?

Die Tabletten-Therapie dauert ca. ein Jahr. Im Verlauf wird die Dosis in aller Regel deutlich reduziert. Nach einem Jahr wird ein Auslass-Versuch angestrebt. Ca. 50 % der Patienten erreichen fortlaufend und kontinuierlich eine normale Schilddrüsenfunktion.

Was geschieht bei einer erneuten Überfunktion nach Absetzten der Tabletten?

In diesem Fall muss eine sogenannte „Definitive Therapie“ durchgeführt werden- Favorisiert wird derzeit die nahezu komplette Entfernung der Schilddrüse. Alternativ kann auch eine Radiojodtherapie durchgeführt werden.

Wie wird eine endokrine Orbitopathie behandelt?

Diese muss umgehend behandelt werden. Hier sollte eine enge Kooperation zwischen einen Endokrinologen und einem Augenarzt, der Erfahrung mit der endokrinen Orbitopathie hat, stattfinden. Schnellst möglich sollte eine Cortison-Stoß-Therapie über 8-10 Wochen mit einer wöchentlichen Cortison-Infusion erfolgen. Zusätzlich sollte direkt Selen gegeben werden. Auf keinem Fall ist der Verlauf der Überfunktion abzuwarten. Je eher behandelt wird umso besser.

Darf bei der endokrinen Orbitopathie geraucht werden?

Nein, das Rauchen als auch Passiv-Rauchen sollte eingestellt werden. Es ist erwiesen, das Nikotin die Symptome der endokrinen Orbitopathie negativ beeinflussen kann.

 

 

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