Wichtige Fragen zur Endokrinologie

Antworten von Endokrinologe Prof. Dr. med. Herrmann

Welche Krankheitsbilder gehören zur Endokrinologie?

Die Endokrinologie ist die Lehre der Hormone und der Drüsen. Hierzu zählen Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebenniere, der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), den weiblichen und männlichen Geschlechtsdrüsen sowie der Nebenschilddrüsen als auch des Knochenstoffwechsels. Weiterhin beschäftigt sich die Endokrinologie mit Tumoren, die Hormone ausschütten sowie mit komplexen Störungen des Übergewichts (Adipositas).

Welche Erkrankungen sind typisch für die Endokrinologie?

Hinsichtlich der Schilddrüsen sind es die Vergrößerungen (Struma), Knoten, Entzündungen (Hashimoto, Morbus Basedow) als auch die Schilddrüsenkarzinome. Zu dem Bereich der Hirnanhangsdrüsen gehören alle Arten von Wachstumsstörungen (Minderwuchs, Hochwuchs), Menstruationsstörungen (z.B. Amenorrhoe, prämenstruelles Syndrom), und Tumore der Hirnanhangsdrüse (Akromegalie, Morbus Cushing, Prolaktinom etc.) Hinsichtlich der weiblichen Geschlechtsdrüsen werden hier insbesondere Erkrankungen der frühen oder späten Pubertät zugerechnet. Dazu gehört auch das sogenannte Andrenogenitale Syndrom (AGS), eine vermehrte männliche Behaarung, das Ausbleiben der Regel als auch komplexe genetische (erbliche) Veränderungen. Hinsichtlich der männlichen Geschlechtsdrüsen betrifft dies jegliche Form eines Testosteron-Mangels als auch z. B. die Entstehung einer weiblichen Brust bei Männern (Gynäkomastie). Hinsichtlich der Nebenschilddrüse ist hier der primäre als auch sekundäre Hyperparathyreoidismus zu nennen. Nebennierenerkrankungen betreffen hier Adenome, Nebennierenausfälle (Insuffizienzen) wie z. B. der Morbus Addison. Bezüglich der Knochenstoffwechselstörungen sind hier in aller erster Linie die Osteoporose mit allen verschiedenen Formen zu nennen. Dies kann die Osteoporose nach den Wechseljahren (postmenopausale Osteoporose) als auch die durch Cortison entstehende (Glucocorticoid-induzierte Osteoporose) und die Osteoporose des Mannes betreffen. Darüber hinaus gibt es komplexe Stoffwechselstörungen, die mit einer Osteoporose einhergehen können. Zu den Tumoren, die Hormone produzieren gehört das Karzinoid sowie das Phäochromozytom sowie sehr seltene Tumore wie das Gastrinom oder das Glukagonom. Bezüglich des Zuckerstoffwechsels ist hier auch das Insulinom mit Unterzuckerungserscheinungen (Hypoglykämien) zu nennen.

Was macht die Endokrinologie aus?

Die Endokrinologie behandelt häufige Volkserkrankungen wie Schilddrüsenvergrößerungen als auch die Osteoporose. Diese als beispielhaft genannten Erkrankungen sind in Deutschland jedoch so häufig, das sie nicht ausschließlich von Endokrinologen behandelt werden können. Diese werden häufig konsultiert, wenn die Komplexität der verschiedenen Erkrankungen das Wissen allgemein-internistisch tätiger Ärzte oder anderer Fachrichtungen übersteigt. Die Endokrinologie ist ein verhältnismäßig theoretisches Fach. Die genaue Anamnese des Patienten mit Charakterisierung der genauen Symptome führt bereits häufig zur Diagnose. Diese wird in den meisten Fällen durch die gezielte Bestimmung bestimmter Hormon- und Stoffwechselparameter bestätigt. Erst anschließend erfolgt die Bildgebung der Drüsen und des Organs, die teilweise auch mit nuklearmedizinischen Verfahren entdeckt werden können.

Welche neuen Untersuchungsergebnisse („Trends“) kann man nennen?

Zu diesen gehört in erster Linie die innovativen Behandlungsmethoden der Osteoporose wie zum Beispiel durch Antikörper, die den Knochenabbau hemmen (Denosumab, Cathepsin-Antikörper sowie Sclerostin-Antikörper). Darüber hinaus ist den Endokrinologen zu verdanken, dass in Deutschland das Speisesalz jodiert ist und Schwangeren eine allgemeine Jodeinnahme empfohlen wird.

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